Wo man singet, da lass dich ruhig nieder,

ohne Furcht was man im Lande glaubt;

wo man singet, wird kein Mensch beraubt,

böse Menschen haben keine Lieder.

In diesem Lied von Johann Gottfried Seume1 wird das beschrieben, was wohl gerade in der Musikpädagogik zu gerne geglaubt werden würde. In unserem Alltag empfinden wir Musik als etwas Positives und mitunter auch Heilendes. Darüber kann sehr leicht vergessen werden, wie manipulierend Musik sein kann2 und wie stark sie auch zur Manipulation missbraucht wurde.

Aus Sicht der Musizierenden dieser Zeit gab es neben den vielen Repressionen gegenüber Musikern auch einige positive Effekte und Erfahrungen, die im Folgenden benannt und kritisch hinterfragt werden sollen.

Die Texte sind entstanden für eine Hausarbeit zum Thema. Es soll hier lediglich um einen kurzen Überblick über die Gegebenheiten gehen. Jedes Teilthema ließe sich weit mehr ausarbeiten. Nach einem kurzen Abriss der Situation der Musikpädagogik in der Weimarer Republik werde ich auf die politische Funktion von Musikerziehung in der NS-Ideologie und das Liedgut der Zeit eingehen. Ausschnittweise werde ich den schulischen Musikunterricht und die Organisatoren von Musik in der Freizeit von Kindern und Jugendlichen betrachten, die vom Staat durch RJF und HJ/BDM vertreten werden, von nichtstaatlicher Seite unter anderem durch die Günther-Schule, die ich aufgrund meines Studienfaches EMP zur Betrachtung ausgewählt habe. Das Ende bilden ein kurzer Ausblick auf die Zeit nach dem Krieg und ein Fazit.

Oberkapitel: Pädagogik/Musikpädagogik

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1https://www.lieder-archiv.de/wo_man_singt_lass_dich_ruhig_nieder-notenblatt_400014.html [20.11.2017]

2Den Zweck, zu „manipulieren“ hat auch Musik in der Werbung und pädagogische Musik, die Kinder und Jugendliche beeinflussen soll (z.B. Wir machen Musik, um Disziplin und Zusammenspiel einzuüben). Dies ist nicht immer negativ zu sehen, muss aber genau betrachtet werden. Dies würde allerdings das Thema der Arbeit überschreiten.