Im Klavierunterricht habe ich von Skrjabin aus den Deux Poèms Op.44 das erste gespielt. Es hat einen klaren vierteiligen Aufbau und die Teile beziehen sich auch aufeinander. Wie der Titel schon sagt: Ein Gedicht von vier Versen. Das hat mich sehr fasziniert und ich war mir sicher, es müsste ein Gedicht geben, das genau zu diesem musikalischen Gedicht passt. Das die Vorlage für die Musik sein könnte oder die Musik die Vorlage für das Gedicht.

Lange hatte ich diesen Gedanken im Hinterkopf, bis mir plötzlich beim Üben ein paar Zeilen des Gedichts „Blauer Schmetterling“ von Hermann Hesse nicht mehr aus dem Kopf gingen und ich wusste, ich habe das passende Gedicht gefunden.

Auch wenn das Spielen des Stückes von Skrjabin schon eine Herausforderung war, habe ich mich an eine weitere Herausforderung gemacht: Spielen und Sprechen gleichzeitig, beides in freiem Tempo und kaum aufeinander bezogen. Aber nur so hatte ich das Gefühl, wirklich in diese unwirkliche Welt von Musik und Wort eintauchen zu können. Das Gedicht vorher oder danach zu sprechen kam für mich nicht in Frage und natürlich habe ich auch nicht getrennt aufgenommen.

Hier also das Ergebnis dieser Idee in Ton:

Oberkapitel: Klang- und Sangwerkstatt