Zuerst wollen wir uns die Entwicklung des Notenschlüssels angucken. Bevor 1711 die Stimmgabel erfunden wurde1, war es nicht das Ziel des Notenschlüssels, einen exakten Ton festzulegen (beispielsweise ein eingestrichenes A mit 440 Hertz). Jede Region, jede Gemeinde, ja teilweise jede Kirche hatte ihr eigenes A.2 Der Notenschlüssel sollte zeigen, wo Halb- und wo Ganztonschritte liegen. Deshalb schrieb man einfach vor die erste Note ihren Namen. Notenschlüssel1Rechts seht ihr zwei mal ein „Amen“. Das erste soll, wie durch den Buchstaben angegeben, auf F starten und dann zum E runtergehen, das zweite geht von G zu F. Wenn man den Notenschlüssel verdecken würde, sähen die Amen genau gleich aus. Doch im Klang gibt es einen wichtigen Unterschied: Das erste ist ein Halbtonschritt, das andere ein Ganztonschritt.

Notenschlüssel2Wie die Buchstaben sich zu ihrer heutigen Form entwickelt haben könnten, seht ihr rechts. Allerdings muss man dazu sagen, dass das nicht immer ein klarer Weg war, sondern sich die Schlüssel auch von Region zu Region unterschieden.

Oberkapitel: Von den Neumen zu moderner Notation, weiterlesen: Notenlinien

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1Duden, Basiswissen Schule – Musik, 2011, S.185

2Tewinkel, Christiane, Eine kurze Geschichte der Musik, 2007, S.44