Neumen1Hier seht ihr Messgebete, die ungefähr 870 geschrieben wurde. Später wurde der 24. Psalm links am Rand dazugefügt und über dem Text mit Neumen versehen.1 Neuma bedeutet „Wink“.2 Es liegt also die Annahme nicht fern, dass die Zeichen des Vorsängers in den Neumen nachgebildet wurden. Wie konnte nun aber aus diesen Punkten und Strichen, die nur als Gedächtnisstütze für jemanden dienten, der das Lied schon kannte3, unser heutiges Notationssystem, mit dem man auch unbekannte Lieder lernen kann, entstehen?

Neumen2Seht euch einmal dieses Bild an. Hier sind die Neumen auf ähnlichem Entwicklungsstand wie beim ersten Bild, aber sie wurden nicht irgendwo an den Rand geschrieben, sondern bekamen ihr eigenes Buch, ein Antiphonar.4 Das ist der Anfang der Neumen als ernstzunehmende Notenschrift.

Oberkapitel: Von den Neumen zu moderner Notation, weiterlesen: Notenschlüssel

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1Auch Bildquelle: Tewinkel, Christiane, Eine kurze Geschichte der Musik, 2007, S.38f

2Schaub, Stefan, Eine kleine Musikgeschichte, 1993, S.28

3Wörner, Karl Heinrich, Geschichte der Musik, 1975, S.86

4Auch Bildquelle: Schaub, Stefan, Eine kleine Musikgeschichte, 1993, S.29