Wenn man nun also eine Preisvorstellung und eine Idee hat, was man von seiner neuen Flöte erwartet, dann geht es zum Instrumentenbauer oder in einen Musikladen. Ich würde empfehlen, immer vorher anzurufen, ob man kommen kann. Das ist kein großer Aufwand und dann ist man auf der sicheren Seite. Und man sollte sich immer bewusst machen: Es kann sein, dass man heute nichts passendes findet. Dann fährt man halt später noch mal woanders hin, das ist kein Beinbruch. Zu diesem Besuch beim Instrumentenbauer sollte eine zweite Person zum Probehören dabei sein. In den ersten sagen wir grob geschätzt drei bis vier Lernjahren kann das durchaus Mutter/Vater oder bei Erwachsenen ne beste Freundin/der Partner sein, auch wenn diese kein Instrument spielen. Später wird es dann schwieriger die Unterschiede zu hören, dann sollten es eher die Lehrerin/der Lehrer sein oder aber (Lehrer haben manchmal auch noch was besseres zu tun, als ihre Schüler zu begleiten), ein länger spielender Flötenschüler, ein Freund, der ein ähnliches Instrument spielt. Ich hatte bei meinem ersten Flötenkauf nur meine Mutter mit, bei meinem zweiten im Studium war ich dann mehrmals unterwegs, unter anderem mit meiner früheren Flötenlehrerin (wir haben die Zeit dann auch für Tratsch und ein Stück Kuchen hinterher genutzt ; ) ) und bei einem anderen mal mit einer Mitstudentin und besten Freundin, die Sax studiert und hobbymäßig auch Flöte spielt.

Der Flötenbauer hat in der Regel nach der Nennung des Budgets und des aktuellen Lernstandes (wie lange schon Unterricht, Studium angestrebt?, etc.) schnell eine Vorstellung, welche Flöte passen könnte und holt eine kleine Auswahl aus dem Lager. Dann geht es in einen extra Raum, wo man in Ruhe anspielen kann. Und genau dieses Anspielen ist gar nicht so leicht. Die folgende Auflistung soll ein paar Punkte beachten, die wichtig sind und ausprobiert werden sollten. Dabei muss natürlich je nach Könnensstand auch gestrichen werden: Wer noch nicht in die 3. Oktave kommt, kann sie auch nicht anspielen, wer noch keine Doppelzunge gelernt hat, kann die nicht anspielen. Aber darüber muss man sich keine Sorgen machen. Einfach das abhaken, was man kann.

Empfehlenswert finde ich auch, in dieses Ranking seine eigene Flöte mit rein zu nehmen. Erstens: Was wäre denn, wenn die eigene Flöte gewinnt? Dann braucht man gar keine neue ; ). Und zweitens: Jeder Raum hat eine andere Akustik. Bei der eigenen Flöte weiß man, wie sie klingt, und kann direkt einschätzen, ob der Raum den Ton sowieso besser klingen lässt (oder schlechter) als die eigene Übeecke zu Hause.

Und was noch wichtig ist, was ich nicht genug gemacht habe: Mitschreiben! Vor allem, wenn man schon fortgeschrittener unterwegs ist, wird man womöglich mehrmals losziehen, um Flöten anzuspielen. Und dann sollte man noch wissen, welche Marke denn beim letzten Mal gut klang und welche Defizite in der Tiefe hatte, usw. Deshalb: Möglichst die Namen der Flöten aufschreiben, die man mochte (einerseits einen merkbaren Namen, den man zuordnen kann (z.B. Pearl Flöte mit Ringklappen und Silberkopf) und dann auch die genaue Bezeichnung (also eine Nummer/einen Code → wenn der nicht auf der Flöte eingraviert ist: erfragen), damit man sie nachher auch wiederfindet/der Instrumentenbauer weiß, was man meint ; ) ). Und dann noch dazu, was einem besonders gefallen hat oder was nicht. Zusätzlich einen ungefähren Preis.

Nun aber die Liste – sie ist chronologisch sortiert in einer Reihenfolge, die ich so genutzt habe und die mir gefallen hat. Nach jedem Schritt habe ich schon mal Flöten aussortiert, die deutlich hinter den anderen lagen, sodass am Ende nur zwei Favoritinnen übrig blieben. Nach dem man schon ein wenig aussortiert hat, lohnt es sich auch, den Flötenbauer nach seiner Meinung zu fragen. Meist haben die sehr viel Erfahrung im bewerten von Flötenklang und oft auch spontan noch eine Idee für eine andere Flöte, wenn sie dich mit deinem speziellen Ansatz spielen sehen.

  • Tiefe Oktave, mittlere Oktave, hohe Oktave

  • laut und leise in allen Oktaven

  • Anstoß: te (Einfach-Zunge), he (ohne Zunge), pe (Lippen), teke (Doppelzunge)

  • Überblasen, Oktavsprünge

  • Vibrato

  • c‘, cis‘, dis‘ → Beweglichkeit des rechten kleinen Fingers auf Klappen und Rollen

  • Mechanik: Wie viel Kraft brauche ich, wie stark sind die Geräusche der Mechanik?

  • Wie liegt die Flöte in der Hand?

  • Orgelpunkte

  • Intonation: cis“, dis“, e“‘ und andere als kritisch bekannte Töne/lange Töne mit Crescendo und Decrescendo bei gleichbleibender Intontation

  • kurze Ausschnitte von Stücken anspielen, die man bereits gut kann. Nicht zu viel spielen, sondern lieber wenig und dabei genau hinhören. Die Stücke sollten verschiedene Artikulationen und möglichst großen Tonumfang beinhalten.

 

  • Einfache Kinderlieder anspielen (z.B. Alle meine Entchen, Ist ein Mann in‘ Brunn‘ gefallen, etc.), auch in verschiedenen Oktaven

Oberkapitel: Querflötenkauf – eine Checkliste; weiterlesen: Schritt 3: Wenn man einen Favoriten hat