Zuerst einmal sollte man sich grob überlegen, worum es geht. Profis werden sofort wissen, welches Material sie sich vorstellen können, ob sie geschlossene Klappen haben wollen oder nicht, usw. Dafür brauchen sie keine Anleitung.

Für Anfänger und Eltern von Anfängern einmal in Kürze:

Ein Anfängerinstrument besteht in der Regel aus Neusilber, das ist eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink.1 In den teureren Segmenten folgt dann Silber (oft auch nur das Kopfstück aus Silber) und im Profibereich mitunter auch Gold, Holz und andere Materialien. Silber hat den Vorteil, dass es einen etwas wärmeren Klang erzeugt, ist aber in den ersten 2-3 Jahren des Lernens meines Erachtens noch nicht nötig.

Offset-G und Inline-G: Bei Anfängerinstrumenten (und auch im Profibereich durchaus üblich) herrscht das Offset-G vor. Die Klappen für g und gis sind „vorgezogen“, also näher an der Hand. Dies erlaubt eine angenehmere Handhaltung und ist durchaus empfehlenswert.

E-Mechanik: Bei der E-Mechanik geht es um die Intonation und leichtere Spielbarkeit des e“‘, die durch eine bestimmte Verbindung zwischen zwei Klappen verbessert wird. Bei Anfängerinstrumenten ebenfalls Standard und empfehlenswert.

Geschlossene Klappen und Ringklappen: Geschlossene Klappen haben kein Loch in der Mitte, sondern werden runtergedrückt und verschließen das Loch ganz. Auch wenn man die Klappe nur am Rand erwischt. Das ist für Anfänger erst mal wesentlich leichter.

Ringklappen haben in der Mitte ein Loch, das von den Fingern beim Spielen verschlossen werden muss. Sie werden bei fortgeschrittenen Hobbymusikern und auch bei Profis oft bevorzugt, sind aber entsprechend schwerer zu spielen, weil der Finger ganz genau das Loch verschließen muss. Vorteile, wie die Spielbarkeit von Vierteltönen und Glissandi fallen für Anfänger nicht ins Gewicht. Ringklappen können immer auch mit kleinen Stopfen aus Plastik geschlossen werden. Der Stopfen wird ganz einfach in das Loch in der Mitte der Klappe gedrückt und schon hat man geschlossene Klappen. Ist allerdings etwas unangenehm zu spielen, weil man einen kleinen Hubbel spürt. Für die Übergangsphase aber durchaus empfehlenswert. Aber: Der Zwang, die Löcher zu verschließen, führt zu einer exakteren Handhaltung. Daher werden Ringklappen von Lehrern ganz gerne gesehen ; ). Vollkommene Anfänger beginnen aber in der Regel mit geschlossenen Klappen.

H-Fuß und C-Fuß: Ein H-Fuß ist länger und hat eine Klappe mehr. Dadurch kann ein Halbton tiefer gespielt werden. Statt dem c‘ (gesprochen c1) bei einem C-Fuß, ist bei einem H-Fuß das h (gesprochen: kleines h) der tiefste Ton. Außerdem verändert sich minimal auch der Klang und durch die veränderte Länge auch die Gewichtsausbalancierung in der Hand. Diese Unterschiede sind für Anfänger allerdings noch nicht unbedingt relevant und das h kommt in der Regel nicht vor, daher ist der C-Fuß der übliche.

Preis: Man sollte sich unbedingt vor Beginn von Kaufüberlegungen ein Budget stecken. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass man sich in eine unbezahlbare Flöte verliebt. Empfehlenswerte Anfängerflöten gibt es ab ca. 300€. Wenn das Geld vorhanden ist und man lange Freude an dem Instrument haben will, sollte man eher noch etwas drauf legen. Dieses Budget kann man dem beratenden Flötenverkäufer gerne nennen, wenn er nicht eh danach fragt. Dann sucht er passende Flöten raus und zeigt gar nicht erst die wesentlich teureren. Das kann vor dem Verlieben in eine viel zu teure Flöte schützen. Allerdings spricht nichts dagegen, auch mal teurere, unerreichbare Flöten anzuspielen. Man muss sich dabei aber bewusst sein, wo der Preis ungefähr liegt. Ich habe es da auch noch nie erlebt, dass Verkäufer eine Preisvorstellung einfach missachten. Flötenbauer bieten oft auch gebrauchte Instrumente an. Diese sind gereinigt und kontrolliert, in den meisten Fällen sogar generalüberholt. Dabei kann man an Geld sparen, was durchaus empfehlenswert ist. Wenn man Gebrauchtinstrumente von Privatpersonen kauft, sollte man in jedem Fall fragen, ob das Instrument generalüberholt wurde und direkt nach dem Kauf (oder wenn möglich am besten noch vorher) einen Instrumentenbauer drüber gucken lassen, ob alles ok ist. So etwas kostet in der Regel nicht viel. Wenn aber gekauft wurde und sich dann heraus stellt, dass größere Reparaturen nötig sind (etwa weil alle Polster kaputt sind), dann wird’s teuer.

Zur Finanzierung sollte man den Flötenbauer befragen, ob eine Ratenzahlung oder evtl sogar Mietkauf angeboten wird.

Oberkapitel: Querflötenkauf – eine Checkliste; weiterlesen: Schritt 2: Beim Instrumentenbauer anspielen

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1https://de.wikipedia.org/wiki/Neusilber [03.10.17]