Viele Eltern wollen gerne beim Üben ihr Kind begleiten und fördern. Zusätzlich zum Abschnitt „Üben mit jüngeren Kindern“ hier noch ein paar Tipps1:

Eltern müssen nicht selbst ein Instrument spielen oder Noten lesen können, um ihr Kind zu unterstützen. Das ist Aufgabe des Lehrers. Aufgabe der Eltern kann es sein, den Raum fürs Üben zu schaffen. Sie sollten ab und an beim Üben zuhören und sich vielleicht ein kleines Konzert spielen lassen. Auch wenn Verwandte da sind, bietet sich ein kleines Vorspiel an. Das sollte das Kind aber voher wissen (!), um nicht unvorbereitet und mit Angst auf der Bühne zu stehen. Außerdem sollte das Kind zu seinen Zuschauern genug Vertrauen haben. Dabei darf gerne gelobt werden, wenn es dem Publikum gefallen hat. Für Korrekturen ist die Lehrkraft zuständig und es fördert die Verbindung zwischen Kind und Elternteil nicht unbedingt, wenn das Elternteil eine Art zweiter Lehrer ist und im schlimmsten Fall noch anderer Meinung als der Lehrer.

Kinder denken nicht von alleine ans Üben. Das ist nicht unbedingt ein Zeichen des Desinteresses, sondern, dass im wuseligen Alltag bei Kindern so einiges verloren geht. Eltern sollen daher gerne erinnern, allerdings mit möglichst positiven Formulierungen. Wenn schon Erwachsene über das üben sprechen, als wenn es etwas ist, dass man nicht will aber muss, warum sollte man es dann freiwillig tun? Also lieber fragen: „Wann willst du denn heute üben?“ als „Du musst aber noch üben!“ oder „Willst du heute noch üben?“. Die Antwort auf die letztere Frage wird nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit „Nein“ sein.

Empfohlen wird auch, Instrument und Noten gut erreichbar und sichtbar zu platzieren. Allerdings sollte dabei beachtet werden, dass zum Beispiel eine Oboe, die aufgebaut im Kinderzimmer steht, einer großen Gefahr ausgesetzt ist, umzukippen und teure Schäden davon zu tragen. Holzblasintrumente sollten zudem nach jedem Spielen geputzt werden, die Bögen von Streichinstrumenten sollten abgespannt werden, usw. Deshalb sollte instrumentenspezifisch der Lehrer zu dem Thema befragt werden.

Bei jüngeren Kindern ist oft das Problem, dass sie ihre Hausaufgaben vergessen und dann zu Hause nicht mehr rekonstruieren können, was sie üben sollen. Dazu kann es hilfreich sein ein kleines Aufgabenheftchen zu führen (bei Kindern, die noch nicht flüssig lesen in sauberer Druckschrift und ggf mit ergänzenden Symbolen und Skizzen). Außerdem kann das begleitende Elternteil am Ende der Stunde mit bei der Aufgabenstellung dabei sein und sich zB die richtige Haltung des Instruments mit angucken, um zu Hause erinnernd zur Seite zu stehen.

Oberkapitel: Üben

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1www.musikschule-seesen.de/ueben.html [22.10.17]