Der Cellist Gerhard Mantel entwickelte das Prinzip der rotierenden Aufmerksamkeit. Danach sind viele Wiederholungen nötig, um einen Abschnitt erübt zu haben. Damit diese Wiederholungen aber nicht ungenau werden, weil die Konzentration abschweift, wenn man oft hintereinander das Gleiche tut, soll die Aufmerksamkeit „rotieren“. Das bedeutet, sich auf verschiedene Aspekte nacheinander zu konzentrieren.

Man nimmt sich also einen kleinen Abschnitt von wenigen Takten vor, und spielt ihn viele Male hintereinander. Die ersten 5 Male (oder eine andere Zahl) konzentriert man sich auf die korrekte Dynamik, dann auf die Artikulation, den Fingersatz, etc. Die Konzentration auf einen Aspekt bedeutet aber nicht, alles andere komplett auszublenden. Die Dynamik bekommt nicht so viel Aufmerksamkeit, wenn man sich gerade um Artikulation kümmert. Deshalb ist sie aber noch lange nicht komplett unwichtig.1

Oberkapitel: Üben, weiterlesen: Üben mit jüngeren Kindern

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1Vgl.: Mantel, Gerhard: Einfach Üben, Mainz 2001