Manchmal scheint es, als sei Spiel das Wort der Kinder und Arbeit das der Erwachsenen. Kinderspiel erscheint im Gegensatz zur Arbeit, die die Familie ernährt, minderwertig. Aber auch Erwachsene spielen. Schwabe bezeichnet das Spiel von Erwachsenen als „Alltagsflucht“. Im Gegensatz zur anstrengenden und wichtigen Arbeit wird im Spiel Zerstreuung gesucht, vielleicht auch Sorglosigkeit.

Allerdings möchte ich noch einmal auf die Definition von Spiel zurück kommen, um einen zweiten Punkt näher zu betrachten und zwar die Scheinhaftigkeit. Das bedeutet, dass sich im Spiel eine zweite Welt aufbaut, die nicht in die Realität eingreift. Allerdings ist Spiel ernst gemeint. Im Moment des Spielens wird es real und zu einer ernsten Sache. Es wird zur Realität. Aus der Ernsthaftigkeit, mit der Kinder spielen entsteht eine Verbindung zur Arbeit. Kinder nehmen ihre Spiele genauso ernst, wie Erwachsene ihre Arbeit. Das kann man bei jüngeren Kindern zum Beispiel beobachten, wenn sie von Spielen mit Freunden berichten. Sie gehen dann nicht davon aus, dass sie gespielt haben, sondern erzählen teilweise, als sei das wirklich passiert.

Das Spiel wird auch mit der gleichen Konzentration und Disziplin vorangetrieben, wie ein Erwachsener arbeitet, mit der gleichen Konzentration und Disziplin, die auch zum Musizieren nötig ist. Mit der gleichen Konzentration und Disziplin die laut Gerhard Mantel dafür verantwortlich ist, dass beim Nachfolgenden Erfolg, zum Beispiel einem Vorspiel, die Ausschüttung von Dopamin, welches Glücksgefühle und Freude hervorruft, umso größer wird.

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Die Literaturangaben findet ihr hier.