Zu aller erst: Weil Kreativität Spaß macht. Das Gefühl, eine tolle Idee zu haben, ist wie ein Rausch. Daran weiter zu basteln und etwas zu entwickeln, was andere begeistert, macht einen selbst glücklich. Freiheit zu nutzen, Regeln zu brechen, Neues zu erfinden, etwas Besonderes zu schaffen sind Wünsche, die wohl in den meisten Menschen schlummern.

Kreativität bedeutet außerdem, sich und die Gesellschaft weiterzuentwickeln. Es ist die Verknüpfung bekannter Dinge zu neuen Lösungen für relevante Probleme. Neue Erfindungen wie auch neue Kunstwerke können einen Mehrwert für alle darstellen. Ich will diesen Artikel nicht mit einem euphorisierten Bekennen zur Kreativität abschließen, sondern mit einer recht nüchternen Analyse von Harm Willms:

„Der Künstler fungiert als ein „Apparat“ der Gesellschaft für Klärungs-, Strukturierungs-, Verarbeitungs- und Verständigungsprozesse. Ungeklärte Entwicklungstendenzen der Gesellschaft nimmt der Künstler […] in sich auf, klärt sie, verarbeitet sie und stellt sie für die Gesellschaft wahrnehmbar in einer Ausdrucksformung dar […].“1

Oberkapitel: Kreativität

________________________

1Willms, H.: Regression in der Musiktherapie. In: Bruhn, H.; Oerter, R.; Rösing, H. (Hrsg.): Musikpsychologie – Ein Handbuch, Reinbek, 1994, S.433