Es gibt kein perfektes Alter für Kreative. Allerdings gibt es zwei Altersspezifische Auffälligkeiten in Sachen kreativer Produktivität:

1) Mit Schuleintritt (manche Autoren sagen auch erst ab dem neunten Lebensjahr) nimmt das freie, kreative Singen von Kindern ab. Sie fordern nun, Lieder zu lernen, die Erwachsene ihnen vorsingen.1 Reinhard Andreas deutet dies so, dass das schulische, logische Denken, dass die Kinder von nun an lernen, das freie, kreative Denken einschränke.2 Heiner Gembris sieht dies hingegen positiv: Die Kinder beschäftigten sich in diesem Alter mit dem Kulturschatz, den Lieder bieten, sammelten also Wissen, das später wieder Grundlage für Kreativität sei.3

2) kreative Persönlichkeiten beginnen mit etwa 17 Jahren, produktiv zu arbeiten und erreichen mit durchschnittlich 47 Jahren den Höhepunkt ihres Schaffens.4 Wer als junger Mensch bereits kreativ tätig ist, bleibt dies (soweit es ihm gesundheitlich möglich ist) in der Regel auch bis ins hohe Alter.5 Das heißt aber nicht, dass ältere Menschen nicht auch noch mit dem kreativen Schaffen beginnen können.

Oberkapitel: Kreativität, weiterlesen: Kreativitätsforschung im Internet

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1Gembris, Heiner: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung, Augsburg, 2013, S.323f

2Reinhard, A.: Kreativität. In: Bruhn, H.; Oerter, R.; Rösing, H. (Hrsg.): Musikpsychologie – Ein Handbuch, Reinbek, 1994, S.524

3Gembris, Heiner: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung, Augsburg, 2013, S.323f

4Forschung von Dorland (1907/1908), vgl. Gembris, Heiner: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung, Augsburg, 2013, S.375

5Vgl. Gembris, Heiner: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung, Augsburg, 2013, S.376