Gestalt und Gestalten macht das künstlerische Schaffen aus. Erst die bewusste Gestaltung eines Werkes, egal ob in der Kunst oder der Musik, führt zu ästhetischem Wert. Dabei kann die Erfahrung gemacht werden, was eine Gestalt ist, wodurch sie wiedererkennbar wird und wie man sie verwandeln kann.

Sky and Water I – M.C. Escher, 1938

Gestalt ist verwandelbar, kann unterschiedliche abgegrenzt werden, ist verschieden leicht zu erkennen und sowohl in Kunst als auch in Musik gibt es unendlich viel Fachliteratur über bestimmte Gestalten.

Die Verwandlung von Gestalt zeigt sich beispielsweise in den Metamorphosen von M.C. Escher, aber auch musikalisch, in „The snow is dancing“ von Claude Debussy. Musikalische Themen könnten Minimal Music sein, Ostinato oder auch zeitliche Verzerrung von Gestalten.

Einen direkten Bezug über den Titel zeigt das Bild „Fuge in Rot“ von Paul Klee. Mit diesem Kunstwerk eröffnen sich unzählige Möglichkeiten, die über die Formenlehre hinausgehen können, aber nicht müssen.

Fuge in Rot – Paul Klee, 1921

Gibt es Probleme, über die genaue Abgrenzung von Gestalt zu sprechen, so sind diese in der Musik schwerer zu bewältigen als in der Kunst. Auf einem Bild lässt sich eine Gestalt, ein Symbol oder Motiv lange angucken, besprechen oder auch zeigen. In der Musik erfordert es gute Fähigkeit zur auditiven Diskrimination, eine Gestalt (beispielsweise die Melodielinie) zu unterscheiden von anderen Klängen. Außerdem muss sicher sein, dass alle Schüler/innen mit einem Begriff das Selbe meinen. Wenn also von einem Motiv gesprochen wird, muss die Lehrkraft sicher sein können, dass alle verstanden haben, wo das Motiv anfängt, endet und ob die Begleitung dazu gehört oder nicht. Im Zweifelsfall kann hier die bildliche Darstellung eine Hilfe sein. Dies kann das ansehen in den Noten oder auch in graphischer Notation sein.

Oberkapitel: Bildende Kunst in der EMP; weiterlesen: Sprechen über Musik und Bildende Kunst