Ein Dialog zwischen bestehenden Werken kann über verschiedene Aspekte entstehen. Dies könnten Material/Struktur, Stil, Inhalt, geistiges Umfeld oder Art der Rezeption sein. Insbesondere für ältere Schüler kann das kombinieren von Werken auch die Aufgabe beinhalten, den eigenen Interessen zu folgen, das Internet zu nutzen, um neue Werke kennenzulernen und reflektiert in den Dialog zu setzen, um künstlerischen Sinn/Ausdruck zu erzeugen.

Das bekannte Lied „Die Forelle“ von Franz Schubert ließe sich zum Beispiel ganz hervorragend über die Struktur (Wellenbewegung) mit den „Wasserschlangen II“ von Gustav Klimt in Dialog setzen.

Wasserschlangen II – Gustav Klimt, 1904

Mit dieser Struktur könnte dann zum Beispiel im Unterricht mit Grundschüler/innen weitergearbeitet und neues geschaffen werden, da über die Kombination beider Werke für diesen Aspekt sensibilisiert wurde.

Der Besuch Schillers bei Schubart auf dem Hohenasperg – Wilhelm von Breitschwert, 1781

Mit Jugendlichen hingegen wäre es auch denkbar, das Lied mit dem Bild „Der Besuch Schillers bei Schubart auf dem Hohenasperg“ zu kombinieren. Dieses Bild zeigt den Textdichter des Liedes, Schubart, wie er im Gefängnis besucht wird. Der Text der „Forelle“ beschreibt diese Gefangenschaft. Hier ist also das geistige Umfeld hervorgehoben und kann zu weiteren Recherchen über Musik in und aus Gefängnissen anregen.

Die nächsten drei Bilder sind alle auf inhaltlicher Ebene miteinander verknüpft, denn hier geht es um Musik und stammen aus etwa der selben Zeit. Die Möglichkeiten sind unendlich, deshalb hier nur eine Idee: Wie wäre es, mit Schüler/innen Musik zu suchen, die sich über den Stil, beziehungsweise die Struktur mit einem der Bilder verknüpfen lässt. Oder selbst Klänge zu schaffen, die in der Art des Rezipierens ähnlich ist. So kann man „le violon d’Ingres mit einem Blick erfassen, während der „Karneval des Harlekins“ wohl doch ein näheres Herantreten erfordert…

Karneval des Harlekins – Joan Miró, 1925

Le violon d’Ingres – Man Ray, 1925

Jazzband aus La Tumulte Noir – Paul Colin, 1929 (Ausschnitt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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