Wenn wir mit Kunst arbeiten, muss uns bewusst sein, welche Art von Kodierungen/Symbolen in dem Kunstwerk vorhanden sind. Die Funktion von Symbolen lässt sich beispielsweise in denotativ und repräsentativ einordnen.

Denotative Funktion von Kodierung bedeutet, dass ein Wort einen Gegenstand kodiert, dem es nicht ähnlich ist. Das Wort Apfel hat beispielsweise mit dem Aussehen/Charakter eines Apfels nichts zu tun. Auch die Wandermarkierung am Wegesrand hat keine Merkmale mit dem Weg selbst gemein. Akustisch könnte man zum Beispiel das B-A-C-H-Motiv als ein denotatives Symbol beschreiben, denn es hat eine historisch geprägte Bedeutung, aber mit dem Musiker J.S. Bach nichts gleich. Denotative Symbole sind nicht unmittelbar zu begreifen, sondern müssen erlernt werden. Insbesondere Symbole mit einer historischen Bedeutung sind Kindern oft noch nicht bekannt, sodass diese erklärt werden müssen. Sollen die Kinder selbst mit denotativen Symbolen (beispielsweise Buchstaben für Formteile) arbeiten, so können sie diesen über eine Legende ihre Bedeutung zukommen lassen.

Repräsentative Kodierungen sind leichter zugänglich. Bei den Äpfeln übernimmt zum Beispiel der linke die Farben und Formen. Die rechten hingegen kommen ohne Farbe aus und sind trotzdem zu erkennen. Und zwei ganz wichtige Punkte trennen diese Bilder vom realen Apfel. Sie lassen sich nicht erfühlen, die Konsistenz ist komplett anders und der Geschmack nicht vorhanden. Und trotzdem erkennen wir nur aufgrund dieser wenigen Merkmale unmittelbar den Apfel. Auch in der Musik gibt es viele Beispiele für repräsentative Symbolik, insbesondere in der Programmmusik der Romantik. Beispielsweise ist beim Wiegenlied das Merkmal der zeitlichen Einteilung der Wiegegeschwindigkeit ähnlich, außerdem die Lautstärke und in Teilen die wellenförmige Melodiebewegung. Repräsentative Kodierungen brauchen daher in der Regel keine nähere Erklärung, sondern kommen in der Regel mit Aufforderungen wie „Hört mal, wie… (das Wasser rauscht, das Pferd reitet, der Wind pfeift, etc.)“ aus. Sie lassen sich besonders gut in Erlebnisbilder und Geschichten einbringen.

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