Die Operette in Wien entwickelte sich aus der Pariser Operette und war geprägt durch den Wiener Walzer1. Die Operetten-Aufführungen waren Luxus-Ereignisse, die nur dem Großbürgertum zugänglich waren und grenzten sich ab, gegen die Aufführungen in Singspielhalle, wo es ein gemischtes Programm für die normalen Bürger gab.2

In Operetten wurden keine Parodien genutzt, wie es davor noch üblich war. Zum einen waren Parodien nicht mehr modern, zum anderen galt eine Parodie als niedriger als das Original und die Wiener Operette sollte die Hochkunst sein.

Die Wiener Operette erfüllte auch politische Zwecke: Österreich war militärisch schwach, worüber die eleganten Soldaten in den Operetten hinwegtäuschen sollten. Außerdem gab es Probleme mit den „Zigeunern“, die in dem Vielvölkerstaat lebten. Auch wenn diese bei den Österreichern unbeliebt waren, kamen Geschichten zur Thematik sehr gut an.3

Wie „Otto Normalverbraucher“ die Operette wahrnahm, zeigen folgende Zitate:

In der Wiener Operette trafen sich „die Finanzwelt, der wohlhabende Mittelstand, die im Sonnenschein des volkswirthschaftlichen Aufschwungs sich pilzartig vermehrenden Parvenus der Börse und die üppig in die Halme schießende Halbwelt, welche ihren Luxus in der vanity fair der (Prater-)Hauptallee zur Schau stellten.“ – Zeitungsartikel 18814

„die Operette (…), dieser Bastard der Kunst, den ein Börsenjobber mit einer Pariser Cocotte gezeugt haben dürfte“ – Schriftsteller Adam Müller-Guttenbrunn5

Oberkapitel: Musik in der Wiener Moderne, weiterlesen: Aufgabe: Zeitungsartikel schreiben

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1https://de.wikipedia.org/wiki/Operette [24.05.2015]

2https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Operette [24.05.2015]

3Ebd.

4https://de.wikipedia.org/wiki/Operette [24.05.2015]

5Müller Guttenbrunn, Adam: Wien war eine Theaterstadt, Wien 1885. S. 8; zitiert nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Operette [24.05.2015]

Bildquelle: http://www.reisenews-online.de/pics/wiener-blut-beim-operrettensommer-in-kufstein/ [24.05.2015]