Musik, Bild und Geräusche hängen in dem Filmausschnitt eng zusammen und lassen sich teilweise nicht genau trennen. Vor allem Geräusch und Sprache sind oft auch Teil der Musik (vgl. Peitschenhiebe und Rufe in 00:37-01:32). Dies schafft Hans Zimmer durch seine Arbeitsweise, die er wie folgt beschreibt: „Ich habe darüber nachgedacht, wie ich in letzter Zeit arbeite. Die Dinge schon vor den Dreharbeiten zu schreiben, ist der bessere Weg. Die Filmtechnologie hat sich in den letzten Jahren, insbesondere durch Computereffekte, so stark verändert, dass es nun möglich ist, auch noch etwas in letzter Minute am Film zu ändern. Ich glaube, der alte Weg, zu warten, bis der Film fertig geschnitten ist, und dann in die letzten sechs bis zwölf Wochen, oder wie lange auch immer, die Musik zu schreiben und aufzunehmen, funktioniert heute nicht mehr. Deshalb ist es sinnvoll, einen Teil der Musik vor diesen zwölf Wochen zu schreiben. Damit hat man selbst und die Filmemacher etwas, mit dem man arbeiten kann, während man über die Musik zum Bild nachdenkt. So hat man möglicherweise mehr Einfluss auf den Stil des Films. Außerdem kann man so diese ärgerlichen Temp-Track-Probleme lösen.“ (Hans Zimmer, Interview zu „The Da Vinci Code“, aus dem Englischen übersetzt)1

00:37-01:32: Peitschenhiebe und Rufe

Von 00:37 bis 01:32 wird die Problematik der Sklaverei für Israel dargestellt. Dabei erfährt die Musik Unterstützung durch Geräusche wie Peitschenhiebe und Rufe. Diese steigern sich dezent. Während in 00:40 der Peitschenhieb noch fast unhörbar im Rhythmus versteckt ist, hört man ihn in 00:43 unbewusst als Einleitung der ersten Strophe. Bei 00:55 wird auch der Mann, der die Peitsche schwingt, gezeigt. Hier unterstützt der Ausruf „Schneller!“, der wohl noch zur Musik gezählt werden kann, da er sich in den Sprechgesang des Männerchores einpasst. In 01:07 wird nach der zweiten Strophe der Ruf „Schneller!“ nur noch vom Sklaventreiber ausgeführt und ist deshalb eher zur Sprache zu zählen. Direkt darauf folgt ein Peitschenhieb, bei dem man den Sklaventreiber sieht und dann ist ein Stöhnen des Geschlagenen zu hören. Bei 01:13 werden Schlagender und Geschlagener gezeigt und es sind sowohl Schlag als auch Stöhnen zu hören. Mit dieser Steigerung wird einem immer stärker das Ausmaß der Sklaverei bewusst. Bei 01:35 sieht man, wie eine Peitsche zum Schlag erhoben wird und hört, wie sie zurückschlägt. Ob der Sklaventreiber aber zuschlägt, bleibt unklar. Man könnte interpretieren, dass an dieser Stelle die Frage nach der Zukunft Israels gestellt wird: Werden die Ägypter einmal nicht mehr zuschlagen?

Oberkapitel: Der Prinz von Ägypten – Höranalyse, weiterlesen: Einzelne Aspekte

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1https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Zimmer [25.09.2013]