Eine Erklärung dafür, warum es auf dem Klavier weiße und schwarze Tasten in so unsinniger Anordnung gibt, möchte ich hier einmal versuchen (Es gab in der Geschichte übrigens auch Versuche, Klaviaturen zu etablieren, bei denen es nur eine Art Tasten gibt).

Das älteste griechische Instrument, die Phorminx, hat vier Saiten.1 Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, doch in der Stimmung liegt das Geheimnis. Vorher gab es nämlich nur pentatonische Musik2, das heißt, man verwendete für Musik lediglich fünf Töne und kannte noch keine Halbtonschritte. Die Phorminx wurde jedoch schon in der frühesten Zeit mit Halbtonschritten gestimmt.3 Die Abstände waren: Zwischen der ersten und der zweiten Saite ein Ganztonschritt, danach noch ein Ganztonschritt und dann ein Halbtonschritt.4 Und weil man diesen sogenannten Tetrachord von oben nach unten liest, ergibt sich, beginnend auf E, der Tetrachord E D C H.5 Dann verband man zwei Tetrachorde miteinander. Als Lücke ließ man einen Ganzton.6 Nimmt man nach H einen Ganztonschritt, kommt ein A, danach noch mal einen Tetrachord angehängt erhält man E D C H A G F E, also die weißen Tasten des Klaviers.

Dies waren die Töne, die zu Beginn des Mittelalters in Europa bekannt waren.

Oberkapitel: Die alten Griechen

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1Wörner, Karl Heinrich, Geschichte der Musik, 1975, S.57

2Schaub, Stefan, eine kleine Musikgeschichte, 1993, S.22

3Wörner, Karl Heinrich, Geschichte der Musik, 1975, S.54f

4Duden, Basiswissen Schule – Musik, 2011, S.161

5Wörner, Karl Heinrich, Geschichte der Musik, 1975, S.53

6Schaub, Stefan, eine kleine Musikgeschichte, 1993, S.22